RECARO SPORTSITZ MEILENSTEINE: DIE 80ER

Im dritten Teil unserer Serie zu den RECARO Sportsitz Meilensteinen der letzten 50 Jahre richten wir den Blick auf die 1980er Jahre: Das Jahrzehnt der Neuen Deutschen Welle und der übergroßen Schulterpolster war bei RECARO geprägt durch einen kontinuierlichen Ausbau der Kompetenzen auf dem Feld der Sitzentwicklung. Bewährte Qualität – modernere Technik. Folgerichtig waren die beiden „neuen“ Modelle in der ersten Hälfte der 80er Weiterentwicklungen der Erfolgsmodelle RECARO „Rallye“ und „idealsitz-LS“.

Eröffnet wurde dieses Sitzjahrzehnt mit einem neuen RECARO Rallye-Sitz, der heute rückwirkend „Rallye III“ genannt wird. Er kam 1980 auf den Markt und war eine Weiterentwicklung des „Rallye II“ von 1974. Auf den ersten Blick stechen die im Vergleich zum Vorgänger stärker ausgeprägten Seitenwangen an Lehne und Sitzkissen hervor, die sich mit ihren Aussparungen auf Hüfthöhe deutlich an der Form des „idealsitz-LS“ von 1973 orientieren. Auch die optionale Netzkopfstütze für einen verbesserten Blick nach hinten erinnert an das Modell für den Straßeneinsatz aus den 70er Jahren – ein schönes Beispiel, wie sich bei RECARO Erfahrungen aus Rennsport und Straßenverkehr ergänzen. Außerdem neu beim „Rallye III“: Der überarbeitete und veränderte Klappmechanismus verbesserte die grundsätzliche Steifigkeit des leichten Rallye-Sitzes, zudem war er nun stärker klappbar als der Vorgänger.

Drei Jahre später erhielt auch der beliebte „idealsitz-LS“ ein Update: Mit dem Anspruch, automobile Sitzkultur für das Zeitalter des modernen Menschen zu liefern, brachte das Unternehmen 1983/84 den RECARO Sitz „LS“ auf den Markt. Dieser bot zusätzlichen Komfort bis ins Detail. Betätigungshebel für die Lehneneinstellung und die Freischwenkmechanik gab es jetzt auf beiden Seiten, eine optionale Sitzheizung sorgte auch im Winter für ein angenehmes Sitzgefühl. Überhaupt bekam die richtige Klimatisierung des Sitzes ein ganz neues Gewicht. Alle Modelle der Generation 1984 erhielten besonders atmungsaktive Stoffe und Unterpolsterungen in neuem Design. Aber auch den beiden weiteren Pfeilern der RECARO DNA – Ergonomie und Sicherheit – wurde im neuen RECARO Sitz „LS“ Rechnung getragen: Eine feste Polsterung nach aktuellstem Stand der ergonomischen Forschung entlastete die Körpermuskulatur und verhinderte das Ermüden des Fahrers auch auf langen Strecken. Die passive Sicherheit des Fahrers wurde durch den erstmaligen Einsatz von neuen, computerberechneten Sitzstrukturen aus „höchstfestem“ Stahl erheblich gesteigert.

1989 revolutionierte RECARO dann erneut das automobile Sitzen: Mit dem „A8“ brachte man den weltweit ersten Sitz mit einer Rückenlehne aus glasfaserverstärktem Kunststoff auf den Markt. Die Schale des nach der an Kirchheim unter Teck vorbeiführenden Autobahn benannten „A8“ war selbsttragend und wurde im Spritzgussverfahren hergestellt – lediglich die Lehnenhalterung und -einsteller sowie die Verbindung zur Sitzschiene waren aus Metall. Grundlage für den Leichtbausitz war die Sitzstudie „Sylam A8“. Durch das System-Laminat „Sylam“ konnten bei der Fertigung hochfeste Kunststoffe mit Metallteilen verbunden werden. Ein Verfahren, das hier erstmals in Serie eingesetzt wurde. Mit dem nahtlosen Übergang von der Lehne in die feststehende Kopfstütze zeigt sich auch das Design des Sitzes „aus einem Guss“. Bei der Gestaltung ihres Sitzes waren den Kunden beim „A8“ wenige Grenzen gesetzt, Lackierungen und Bezüge konnten individuell ausgewählt werden. So wurde der Sitz auf der IAA 1989 sogar in einer rosa-violetten Kombination gezeigt – die 80er eben.

1980: der RECARO „Rallye III“

1980: der RECARO „Rallye III“

(© RECARO) 

 

1983/84: der RECARO Sitz „LS“

1983/84: der RECARO Sitz „LS“

(© RECARO) 

 

1989: der RECARO „A8“

1989: der RECARO „A8“

(© RECARO)